Qualitätskanban für die kleinen Dinge

by pixelio.de

Foto: Marvin Siefke (via pixelio.de)

Nachdem das Kanban-System als Element der Produktionssteuerung zum Großteil bereits mittelständige Unternehmen überzeugt hat, erweitert sich dessen Anwendungsbereich auf die Qualitätssteurung.
Die grundlegende Idee dahinter ist, die Vorteile der Kanbansteuerung auf das Qualitätswesen zu übertragen.
Das Prinzip ist das folgende: An jedem Arbeitsplatz werden jeweils ein Ein- und Ausgangsbriefkasten gehängt, in welchen Kanban-Qualitätskarten passen. Fällt an einem Arbeitsplatz ein Material- bzw. Verarbeitungsfehler auf, erstellt der Mitarbeiter anstelle einer Qualitätsmeldung lediglich eine Notiz auf der Kanbankarte und steckt sie an seiner Station in den Briefkasten „Ausgang“. Dieser wird zyklisch geleert. Die Karte wird an den vorgelagerten Arbeitsplatz in den Eingangsbriefkasten gelagert. Der Mitarbeiter dort prüft, ob die notierten Qualitätsmängel seinem Arbeitsplatz zuzuordnen sind. Ist dies der Fall, versucht er diese abzustellen. Gelingt ihm das nicht, muss in diesem Fall eine Qualitätsmeldung erstellt werden. Liegt der Fehler vor ihm in der Wertschöpfungskette, steckt er die Karte in seinen Ausgangsbriefkasten. Auf diese Weise wandert die Qualitätskarte rückwärts zum Verursacher. Liegt dieser außerhalb (z.B. fehlerhaftes Material), endet die Karte am Büro des Meisters, der ebenfalls durch zwei Briefkästen an das System angeschlossen ist.
Die Vorteile dieser Idee liegen klar auf der Hand:

  • Qualitätsmängel können schnell, unbürokratisch und schichtübergreifend behandelt und abgestellt werden. Dadurch reduzieren sich Fehlerkosten drastisch.
  • Qualitätsmeldungen werden reduziert, dadurch werden die Meister, Steuerer und Planer der Produktion entlastet und können sich (wieder) verstärkt Kernaufgaben widmen.
  • Die Kommunikation unter den Mitarbeitern auf Produktionsebene wird erhöht und gefördert.

Insgesamt eignet sich die Einführung eines solchen Systems, wenn man die bestehende Produktion nach Lean-Gesichtspunkten anpasst bzw. optimiert. Das Übertragen der Qualitätsverantwortung auf Produktionsebene könnte sich dort auch motivationssteigernd auswirken und das Qualitätsbewusstsein der Angestellten vor Ort erhöhen. Durch das System fallen außerdem nach kurzer Zeit „schwarze Schafe“ auf, dass heißt Arbeitsplätze, an denen sich besonders viele Karten häufen. Ohne aufwändige Analysen werden dadurch auch grundsätzliche Probleme signalisiert (Fehleinstellungen an Maschinen, etc.).
Kritische Punkte an dem System sind zum einen der oft ungeklärte Transport zwischen den Arbeitsstationen (Zyklus, Zuständigkeit), da die Mitarbeiter an den Arbeitsplätzen nicht dafür in Frage kommen. Außerdem könnte ein Kontrollverlust für die Steuerung drohen, da sie mit Implementierung dieses Systems nur noch gravierende Probleme durch die Qualitätsmeldungen erhalten. Über Lösungen würde ich daher gern mit Ihnen diskutieren.

Futuristische Taxis erobern Heathrow

Futuristische Taxis erobern Heathrow:
Mit den sogenannten „Car Pods“ probiert man am Heathrow Airport eine neue Art der Personenbeförderung. Vollständig autonom fahren die Vehikel auf eigenen Straßen mit bis zu 40 km/h zwischen Terminal und fünf verschiedenen Parkhäusern. Der Bestimmungsort wird vom Fahrgast per Touchsreen ausgewählt.
Professor Martin Lowson von der Universität Bristol, der die Vehikel und das System weitgehend entwickelt hat, sieht die Vorteile vor allem in puncto Sicherheit (Unfallfreiheit), Staufreiheit und dem geringeren Platzbedarf gegenüber den herkömmlichen Transportmitteln. Das Scheduling der einzelnen Fahrzeuge auf der Fahrbahn erfolgt wie bei Flugzeugen durch Slotvergabe.

(via fastcompany, mirror)

Green Logistics III

Dass Logistik und Supply Chains grüner werden, erkennt man in letzter Zeit an vielen Beiträgen, die auch, aber nicht nur im Internet auftreten. Das „procurement“- Magazin hat Jeffrey Russell, Managing partner, supply chain Asia Pacific, Accenture Singapore interviewt, wer die Kosten einer grünen Lieferkette tragen sollte.

Und noch einmal Green Logistics

Foto: RainerSturm (pixelio.de)

Foto: RainerSturm (pixelio.de)

Nach einer Umfrage des britischen Marktforschungsinstitutes im Rahmen der Firmenumfrage „Logistics & Transport Industry Environmental Survey“ sei für die meisten Unternehmen der Umweltschutz sehr bedeutend beziehungsweise spielt in der Auftragsvergabe eine große Rolle. Das größte Potential zur Vermeidung negativer externer Umwelteffekte sahen die befragten Unternehmen (ca. 60% europäische) eindeutig in Maßnahmen, die den Transport betreffen. Den ganzen Comment zur Studie gibt es in diesem Artikel.

Klimawandel in der Logistik

Längst hat das Umweltbewusstsein branchenübergreifend Fuß gefasst und auch oder vielmehr gerade in der Logistik bleibt man davon nicht unberührt. Wenn man durchs Web surft, findet man bereits nach kurzer Zeit eine Vielzahl von mehr oder weniger aufschlussreichen Links zu diesem Thema.
Balkan Tufan Cetinkaya, Forscher und Berater im Bereich „Grüne“ Logistik an der Technischen Universität Berlin hat sich in seinem sehr informativen Blog diesem Thema gewidmet und ist Verfasser des Wikipedia-Eintrags zu diesem Thema.
Auch bei logistics.de misst man dem Thema große Bedeutung bei. Nach einer Registrierung kann man verschiedene, eigentlich durchweg hochqualitative Essays und Beiträge lesen.

Links zum Thema (Auswahl):

gruenelogistik.blogspot.com
mylogistics.net
logistics.de
monitor.co.at
geomatics

Supply Management Symposium in Würzburg

Der BME e.V. veranstaltet am 09. Und 10. März 2010 zum dritten Mal ein wissenschaftliches Symposium zum Thema Supply Management. Bei der Veranstaltung in Würzburg ist die dortige Universität maßgeblich an der Durchführung beteiligt.

Den Kern bilden Präsentationen und Vorträge zu verschiedenen Schwerpunkten (u.a. Global Sourcing, Lieferantenmanagement, Einkaufs-/ Beschaffungscontrolling, Supply Chain Management (incl. Design) und Öffentliche Beschaffung). Die wissenschaftlichen Beiträge wollen aktuelle Trends und Themen aus Forschung und Praxis einfließen lassen und sollen zu Diskussionen einladen. Am Abend des ersten Tages sollen zudem der Wissenschaftspreis des BME e.V. und der „Henkel-BME Hochschulpreis“ verliehen werden. Entsprechende Arbeiten können noch bis 15. September beim BME e.V. eingereicht werden.

In das Symposium integriert ist weiterhin ein Recruting Event, wo Berufseinsteigern und Nachwuchskräften die Möglichkeit geboten wird, sich über die aktuellen Chancen in den Bereichen Einkauf und Logistik bei verschiedenen Unternehmen zu informieren und Kontakte zu knüpfen.

Weitere Infos:

BME e.V.
Universität Würzburg

Review Supply Chain Days Heidelberg

Leider bin ich nicht dabei gewesen, aber das Fazit der SCM-Days, die im Juni dieses Jahres in Heidelberg stattgefunden haben sind eindeutig. Nach Aussage einer Pressemitteilung des Unternehmens J&M Consulting sei die kombinierte Verbesserung der Prozesse und der Informationstechnologie für Supply Chains erfolgskritisch. So titelt das Unternehmen in der Pressemitteilung: „Kombination von IT- und Prozessoptimierung macht Supply Chains um 75 Prozent profitabler“ Immerhin. Den optimistischen Wert von 75 Prozent stützen sie auf den Vortrag von David Simchi-Levi, Professor für Supply Chain Management am geachteten Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Weitere Highlights der Tage waren die Vorträge von Sigmund Reischl (Leiter Supply Chain Controlling, Nestlé AG) und Harro Borowski (Head of Group Logistics, Plansee SE).

Kanban ohne Karten

Ein Mitarbeiter von Weber Systems Inc. hat das mittlerweile verbreitete Kanban-System weiterentwickelt und stellt in einem Video auf youtube eine Idee vor, wie man auf die Karten beim Kanban-System verzichten kann.

Start

Ich habe beschlossen ein eigenes Blog zu gründen, in welchem ich von heute an über News, Wissenswertes und Bemerkenswertes aus dem Bereich der Produktionswelt berichten möchte. Als Schwerpunkt möchte ich interessierten Lesern hauptsächlich einen Mix aus Supply Chain Management, Produktionssteuerung und Qualitätssicherung bieten. Eingestreut werden von Zeit zu Zeit sicher auch Beiträge aus angrenzenden Bereichen.  Für Abwechslung wird also gesorgt!

Ich hoffe auf angeregte Diskussionen und freue mich darauf, mit Ihnen Ideen austauschen zu können.